Messegesellschaften vorgestellt: Messe Essen – Fünf-Sterne-Service trifft Themenvielfalt

Messegesellschaften vorgestellt: Messe Essen
Daniela Mühlen repräsentiert die Messe Essen als Unternehmenssprecherin und leitet den Geschäftsbereich Kommunikation & Werbung.
Foto: Messe Essen

Seit seiner Neugestaltung erfüllt das Messegelände Essen höchste Ansprüche. Unternehmenssprecherin Daniela Mühlen berichtet über den Turn-Around der Messe Essen.

Der Messeplatz Essen gehört zu den zehn Top-Messestandorten in Deutschland. In den letzten fünf Jahren hat sich dort viel getan. Nicht nur architektonisch wurde dem Messegelände dank umfangreicher Umbaumaßnahmen ein völlig neues Gesicht verliehen. Auch die strategische Ausrichtung des Unternehmens hat ein Update bekommen. Das beinhaltet den Aufbau eines starken Vertriebsteams, ein klares Bekenntnis zur Digitalisierung sowie die Positionierung als Experte für Fachmessen im Mid-Size-Segment. Ihre Aussteller überzeugt die Messe Essen dabei mit ausgezeichneter Servicequalität – und das im Wortsinn: Zum zweiten Mal in Folge belegte die Messegesellschaft in diesem Jahr den ersten Platz bei einer gemeinsamen Untersuchung der Zeitschrift TESTBILD und des Statistikportals Statista zum Thema Kundenservice.

Zahlen & Fakten

Messe Essen

  • Messen pro Jahr: 55
  • Gesamtfläche Messegelände: 8 Hallen, 110.000 m² Ausstellungsfläche, 20.000 m² Freigelände
  • Anzahl Besucher pro Jahr: 1,4 Mio.
  • Anzahl Mitarbeiter: 190
  • thematische Spezialisierung: Plattform für verschiedenste Branchen und Themengebiete

Mit Unternehmenssprecherin Daniela Mühlen, die auch den Geschäftsbereich Kommunikation & Werbung leitet, sprach Messe-Trends über die Umstrukturierung, die Wettbewerbsvorteile des Messestandorts Essen und über die Servicementalität als identitätsstiftenden Faktor der Messe Essen.

Frau Mühlen, zwischen 2016 und 2019 wurden die Hallen der Messe Essen aufwändig saniert bzw. neu gebaut. Mit welchen Standortvorteilen kann das neu gestaltete Messegelände überzeugen?

Die Neue Messe Essen überzeugt zunächst einmal durch Offenheit und Licht – so ist unser neues, 2.000 m² großes Glasfoyer ein echter Hingucker und begehrte Event-Location. Auch im direkt angeschlossenen Congress Center Essen und im Messegelände selbst sorgen eine offene Architektur sowie eine moderne technische Infrastruktur für ein Plus an Aufenthaltsqualität. Klare Strukturen schaffen zudem beste Voraussetzungen für Messelogistik und Besucherorientierung.

Die Messe Essen punktet neben ihrer Ausstattung aber auch durch ihre Lage inmitten einer der größten Metropolregionen Europas mit einem Einzugsgebiet von fünf Millionen Menschen. Wir liegen innenstadtnah im Herzen der Stadt Essen – ihres Zeichens Kulturhauptstadt, Grüne Hauptstadt Europas und wandlungsfähiger Wirtschaftsstandort.

Die Kombination mit der Innenstadtlage ermöglicht kurze Wege: In sechs Minuten ist man mit der U-Bahn am Hauptbahnhof, zur Autobahn und zum Flughafen Düsseldorf ist es ebenfalls nicht weit. Dank der kompakten Lage ist man nach der Messe auch in wenigen Schritten auf der Rüttenscheider Straße – dem angesagtesten Ausgehviertel in Essen. Zudem haben wir mit dem Grugapark eine unmittelbare Anbindung an die grüne Lunge der Stadt. Unsere neuen Hallen bieten viel Tageslicht mit Blick auf den Park sowie direkten Zugang.

Was ist das Besondere an den neuen Hallen?

Auch das Messegelände überzeugt mit Kompaktheit. An die Stelle vieler, mitunter kleinteiliger Hallen sind im Zuge der Modernisierung acht große Messehallen getreten. Das vereinfacht die Logistik beim Auf- und Abbau und ermöglicht nun in allen Hallen zweistöckigen Standbau – ein wichtiger Anspruch vieler Aussteller. Die Hallen 5 und 6 wurden komplett neu errichtet. In der Halle 6 ist nun nicht nur unser neues zentrales Service Center, sondern auch unser Business Club beheimatet, in den sich VIP-Gäste zu Gesprächen abseits des Messetrubels zurückziehen können. Sowohl in den neuen Hallen als auch im kompletten Messegelände haben wir modernste Technik verbaut, von der Klimaanlage bis zu den Sanitärbereichen.

Nachdem das Großprojekt Modernisierung erfolgreich abgeschlossen ist, welches Ziel haben Sie sich für 2020 auf die Fahnen geschrieben?

Wir verfolgen – auch über 2020 hinaus – als übergeordnete Strategie die Positionierung der Messe Essen als führender westdeutscher Messestandort für Mid-Size-Messen, also für sehr fokussierte Fachmessen, die sich an ein klar definiertes Publikum richten. Hier wollen wir weiter wachsen. Wachstumstreiber sind dabei neben einem attraktiven Gelände vor allem ein agiler Vertrieb und eine strategische Unternehmensentwicklung. Beides Bereiche, die wir im Zuge der Restrukturierung unseres Unternehmens massiv gestärkt haben. Das Ergebnis spricht für sich: Als ernstzunehmender Player am Markt werden wir wieder zu Pitches eingeladen und konnten seit Baubeginn etwa 45 neue Veranstaltungen gewinnen.

Wie würden Sie das Leitbild der Messe Essen formulieren?

Wir sind sehr stolz auf die Service-Orientierung in unserem Haus. Auch wenn wir eine Messegesellschaft sind, nehmen wir uns die Philosophie eines 5-Sterne-Hotels zum Vorbild. Damit meinen wir, dass jeder Kunde individuell und mit persönlicher Wertschätzung betreut wird. Dass diese Philosophie, gekoppelt mit der im Ruhrgebiet typischen Macher-Mentalität, gut ankommt, wird uns erfreulicherweise immer wieder bestätigt.

So haben wir in diesem Jahr zum zweiten Mal in Folge den ersten Platz bei der Untersuchung der Servicequalität deutscher Messegesellschaften durch das Magazin TESTBILD und das Statistikportal Statista belegt. Für uns steht fest: Ein attraktives Messegelände und eine starke Vertriebsausrichtung sind wichtig, machen allein aber noch nicht den Unterschied. Das persönliche Miteinander und die gelebte Kundennähe liefern den entscheidenden Wettbewerbsvorteil – gerade in unserer Branche, die vom Austausch lebt.

Im Veranstaltungsportfolio der Messe Essen spiegelt sich eine große Branchenvielfalt. Welche Messen prägen das Image des Messestandorts Essen am meisten?

Messegelände sind Marktplätze für die verschiedensten Branchen – der Mix aus nationalen und internationalen Fach- und Verbrauchermessen macht unser Geschäft aus. Daher gilt auch für die Messe Essen, dass sie gleichermaßen Plattform für kleine, hochspezialisierte Fachmessen wie auch für besucherstarke B2C-Blockbuster ist. Hier ist eine Essen Motor Show als jährliches PS-Festival mit über 350.000 Fans genauso prägend wie eine alle drei Jahre stattfindende METPACK, die die sehr kompakte Metallverpackungsindustrie zusammenbringt. Ob nationale Fachmesse mit einigen hundert Besuchern oder Leitmessen, die Pflichttermin für Branchenvertreter aus aller Welt sind – jede unserer Messen hat ihren ganz eigenen Charakter und prägt die Messe Essen auf ihre Weise.

Die Essen Motor Show fand gerade statt. Was macht diesen Messeklassiker so besonders?

Die Essen Motor Show ist keine klassische Automesse, sondern ein PS-Festival. Wir erreichen hier eine spezielle Zielgruppe, die sich hochgradig mit Autos identifiziert. Bei uns geht es um Fankultur, Begeisterung und Emotionen, weniger um Mobilitätskonzepte und Technologien – ganz nach dem Motto: Woanders stehen die Autos, bei uns werden sie gefeiert. Für unsere Besucher ist das Auto nicht nur ein Fortbewegungsmittel, sondern vor allem Bezugspunkt positiver Emotionen.

Das Thema Nachhaltigkeit ist allgegenwärtig, auch das das Veranstaltungs-Business muss sich daran messen lassen. Welche Bemühungen unternimmt die Messe Essen dahingehend?

Wir setzen uns seit vielen Jahren für mehr Nachhaltigkeit in unserem Messegeschäft ein, sei es durch ressourcenschonende Gebäudetechnologie, aktiven Gewässerschutz oder das Angebot von zertifiziertem Bio-Catering. Wir versuchen soweit möglich, selbst Energie über die Photovoltaikanlage auf dem Dach unserer Galeria zu erzeugen. Außerdem betreiben wir ein Blockheizkraftwerk, in dem wir Wärme und Strom erzeugen. Das sind nur zwei Beispiele für unser Engagement im Rahmen der ökologischen Nachhaltigkeit. Unser aktueller Nachhaltigkeitsbericht beleuchtet die verschiedene Aspekte unserer Bemühungen für den Schutz der Umwelt im Detail.

Gibt es für die Aussteller einen Entsorgungsplan für Stände und Standmaterialien?

Damit die nachhaltige Entsorgung gewährleistet ist, hat die Messe Essen ein eigenes System für den Abfallkreislauf entwickelt. Ausstellende Firmen werden gebeten, ihre voraussichtlich anfallenden Abfallmengen und -fraktionen über ein Online-System vorab sowie während der Messelaufzeit anzumelden und die Entsorgung zu bestellen. Schrott, Holz, Kunststoff, Leuchtmittel, Papier und Restmüll werden akribisch getrennt und fachgerecht entsorgt beziehungsweise recycelt. Zusätzlich sind bei jeder Veranstaltung Abfallberater in den Hallen unterwegs, die den Ausstellern bei der optimalen Trennung und Entsorgung ihres entstehenden Mülls zur Seite stehen.

Beobachten Sie an den Ständen der Aussteller eine Entwicklung vom Papier zum Digitalen?

Auf großen Investitionsgütermessen erleben wir, dass verstärkt digitale Lösungen – etwa Augmented oder Virtual Reality – genutzt werden, um Anwendungen zu demonstrieren. Was man de facto kaum noch sieht, sind Kataloge. An ihre Stelle sind Apps mit zahlreichen Funktionen getreten, die Besuchern die Planung ihres Messebesuchs erleichtern. Wo Papier hingegen immer noch gern zum Einsatz kommt, ist im Rahmen von Ticketgutscheinen. Hier stellen wir fest, dass unsere Aussteller ihren Kunden durchaus lieber eine gedruckte Einladung überreichen, als einen digitalen Gutscheincode zu versenden.

Vielen Dank für das Gespräch!

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