Schön mit System: Design-Möglichkeiten im Systemmessebau

Design-Möglichkeiten im Systemmessebau
Ein strahlend in Szene gesetzter Systemstand wirkt hochwertig und zieht Messebesucher an.
Foto und Grafiken: Messeprojekt GmbH

Simpel, praktisch, gut – Messeständen in Systembauweise eilt ein recht pragmatischer Ruf voraus. Dabei können Systembaustände durchaus mit Design überzeugen – und mit weiteren guten Argumenten.

Bei der Wahl der Bauart für den Messestand entscheidet sich ein Großteil der Aussteller für einen modularen Stand in Systembauweise. Als entscheidendes Argument dafür werden vor allem die relativ günstigen Kosten angeführt. Doch darüber hinaus wird die Systembauweise häufig als Gegenteil des alle gestalterischen Möglichkeiten ausschöpfenden Individualbaus angesehen. Noch immer haftet dem Systembau das Negativ-Image einer eher einfallslosen und wenig individuellen Lösung aus zusammengesteckten Wandelementen an. Dabei wirkt sicher auch das Bild früher Systembaustände nach, die einander glichen und bei denen Aluminiumgestänge das Bild prägten.

Heute ist Uniformität im Systembau längst kein Thema mehr. Eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten bietet genügend Spielraum um auch im Systembereich einen individuellen Messeauftritt zu verwirklichen.

Erst die Planung, dann das Design

Bevor es jedoch an die Gestaltung des Messestands geht, müssen einige planerische Details geklärt werden. Für den Systemmessebau empfiehlt es sich einen Messebauer als Dienstleister in Anspruch zu nehmen, der alle Leistungen von der Planung über die Anmietung von Standsystemen und Mobiliar bis hin zur Logistik sowie Auf- und Abbau erledigt. Folgende Gegebenheiten sollten im Vorfeld bekannt sein:

  • Position des Messestandes in der Messehalle
  • Standart (Reihen-, Eck-, Kopf-, Inselstand)
  • Größe der Standfläche
  • Strategische Aspekte (Richtung des Besucherstroms, Lage der Halleneingänge, Standnachbarn)

Weitere Punkte sind ebenfalls von Interesse, können aber vom Messebauer in Erfahrung gebracht werden:

  • Bauliche Bestimmungen für den Stand (maximale Standhöhe, Abstände)
  • Bauliche Einschränkungen (Hallenstützen, Versorgungsleitungen)
  • Technische Ausstattung (Anschlüsse für Strom, Wasser, Gas, Telekommunikation)
  • Sicherheitsbestimmungen (Brandschutz)

Auf Grundlage dieser Informationen kann es an die konkrete Ausgestaltung des Messestands gehen.

Grundprinzip Systemstand

Ein einfaches modulares Standsystem besteht zunächst aus zwei grundlegenden Konstruktionselementen: den Rahmenelementen, namentlich Stützen und Zargen, sowie den Füllflächen. Die ersten Systeme etablierten sich bereits in den 1960er Jahren. Das Prinzip der leicht zusammensetzbaren, genormten Bauteile wird bis heute für kostengünstige Systemstände genutzt: Metallstützen, meist aus leichtem Aluminium, werden horizontal mit Querzargen verbunden. Die Stützen besitzen bis zu acht Nuten, die Verbindungen in 90°- bzw. 45°-Winkelschritten ermöglichen. In den Rahmenkonstruktionen werden entweder Stoffbahnen oder Leichtbauplatten befestigt. Die Stoffe können individuell bedruckt werden, die Gestaltung der Platten erfolgt per Klebefolie. Für die Beleuchtung sorgen aufgesteckte Strahler.

Damit ist ein einfacher und zweckmäßiger Messestand mit kleinem Budget umgesetzt. Durch die zahlreichen Verbindungsmöglichkeiten der Stützenelemente entsteht ein sehr flexibles Standdesign, das optimal an verschiedenste Standflächen angepasst werden kann.

Strahlende Wände und individuelles Design

Unsichtbare Stützen

Inzwischen haben sich die gestalterischen Möglichkeiten allerdings deutlich erweitert, so dass die optischen Grenzen zum konventionellen Messebau fließender werden. Systemstände kommen heute in hochwertigerer Anmutung daher, die funktionalen Elemente treten immer mehr in den Hintergrund und werden vor dem Auge des Betrachters nahezu unsichtbar. Stützenkonstruktionen sind Rahmen mit deutlich geringeren Fugenbreiten zwischen den Wandabschnitten gewichen, so dass der klassische Systemstand-Look mit deutlich sichtbaren Brücken zwischen den Wandelementen nicht mehr die Optik des Messestands prägt. Damit werden die Wände des Messestands zum tonangebenden Rahmen des Markenauftritts.

Systemstand: Unsichtbare Stützen

Kaum sichtbare Fugen sorgen für den einheitlichen Look.

Material und Maße

Für die Rahmenfüllung haben Aussteller die Wahl zwischen unterschiedlichsten Materialien: Neben Hartschaum- und stabileren Spanplatten in verschiedensten Farben und Dekoren ist auch Acryl in allen Transparenzen möglich. Die Höhe der Wände ist nicht auf ein Festmaß limitiert, sondern kann durch Aufstocken verschiedener Rahmenhöhen flexibel variiert werden. So kann zum Beispiel ein einzelnes höheres Wandelement mit auffälligem Design, etwa einem Logoprint, die Aufmerksamkeit der Besucher auf den Messestand ziehen.

Systemstand: Material und Maße

Verschiedene Rahmenhöhen lassen sich flexibel variieren.

Stoffbespannung mit Digitaldruck

Bei der Gestaltung der Wandelemente haben Individualität und Design oberste Priorität. Neben den oben genannten Farb- und Materialoptionen kann die Wandfläche des Messestands auch teilweise oder komplett mit Stoff bespannt werden, der mittels hochauflösendem Digitaldruck veredelt wurde. Das erlaubt die Verwendung großflächiger, durchgehender Motive, die die Wandkonstruktion komplett verdecken und beispielsweise die Corporate Identity des Ausstellers unterstreichen.

Systemstand: Stoffbespannung mit Digitaldruck

Digital bedruckte Stoffbahnen bringen Farbe und Markenpräsenz in den Messeauftritt.

Im besten Licht

Darüber hinaus können die stoffbespannten Wandelemente per LED-Technik gleichmäßig hinterleuchtet werden und tauchen so den Messestand in ein beeindruckendes, blendfreies Licht. Auf diese Weise ist auch die indirekte Ausleuchtung des Messestands ohne zusätzliche, sichtbare Spots möglich. Diese Lichttechnik verleiht dem Systemmessestand eine großartige Außenwirkung – der Stand strahlt von weither und sorgt im wahrsten Sinne des Wortes für Sichtbarkeit.

Systemstand: Im besten Licht

Dank hinterleuchteter Wandelemente strahlt der Systemstand von Weitem.

Kombinieren und strukturieren

Alle vorgestellten Material- und Gestaltungsoptionen können miteinander kombiniert werden, so dass beleuchtete und unbeleuchtete, stoffbespannte und unifarbene Wandflächen nebeneinander möglich sind. Dadurch ergibt sich auch die Möglichkeit, einzelne Funktionsbereiche des Messestands (Information, Präsentation, Beratung) optisch zu unterteilen. Mit Standfüßen versehen, können einzelne Rahmenelemente darüber hinaus auch als Stelen im Raum aufgestellt werden und so verschiedene Funktionen erfüllen: Als Raumteiler unterteilen sie die Standfläche, mit Schautafeln oder integriertem Touchscreen dienen sie als Informationspunkt oder sorgen als Leuchtelement für einladendes Ambiente am Messestand.

Systemstand: Kombinieren und strukturieren

Eine freistehende Stele sorgt für Aufmerksamkeit.

Den Systemstand einrichten

Für die perfekte Inszenierung von Ausstellungsstücken lässt sich der Systemstand mit einer großen Auswahl an Wandbauoptionen erweitern. Podeste, Regale, Ablagen, Vitrinen oder Kleiderstangen können ebenso montiert werden wie Bildschirme oder Touch-Oberflächen für die interaktive Produktpräsentation. So kann auch eine ganze Medienwand gestaltet werden, die Besuchern zur selbstständigen Information zur Verfügung steht. Zudem können als Funktionselement eine oder mehrere verschließbare Kabinen in den Stand integriert werden. Kabinen dienen etwa der Lagerung von Werbematerialien und Giveaways. Sie lassen sich ebenso wie alle anderen Standwände nahtlos in das Stand-Design integrieren, so dass die Optik nicht unterbrochen wird.

Ein passender Fußbodenbelag sollte den Look des Standes abrunden, dabei aber auch praktische Gesichtspunkte berücksichtigen. Standardmäßig wird auf Teppichbelag zurückgegriffen, da er auch kleine Unebenheiten im Boden verzeiht. Es sind aber auch PVC-, Holz- und sogar Fotoböden möglich. In diesen Fällen ist allerdings ein entsprechender Podestunterbau für eine ebene Fläche notwendig.

Die grundlegenden Elemente der Möblierung für den Systemstand werden ebenfalls vom Messebauer angeboten. Dazu gehören meist eine Theke für den Empfang sowie eine oder mehrere Sitzgruppen für Beratungsgespräche. Darüber hinausgehende individuelle Wünsche werden natürlich ebenfalls berücksichtigt. Einzelne Einrichtungsstücke können auch individuell angefertigt werden, so dass sich Systembau und Individualbau ergänzen.

Systemstand: Einrichtung

Einrichtungsbeispiel: Eine Regalwand mit Podesten verbirgt eine dahinterliegende Kabine.

Einfach planen mit Konfiguratoren

Die Konstruktion eines Systemmessestands setzt im Vorfeld eine detaillierte Planung und auch ein gewisses Vorstellungsvermögen voraus. Viele Messebauer bieten deshalb inzwischen Online-Konfiguratoren an. Sie erleichtern und beschleunigen die Standplanung erheblich. Im Konfigurator kann der Kunde Standtyp und -größe seines geplanten Messestandes angeben, eine der angebotenen Standoptionen auswählen und dann weitere Details der Standausstattung festlegen. Eine Vorschau zeigt schließlich das zu erwartende Ergebnis sowie die dafür entstehenden Kosten an. Auf Grundlage der Angaben im Konfigurator wird dann ein Angebot erstellt. Individuelle Absprachen sind selbstverständlich immer noch möglich und auch empfehlenswert.

Fazit Systembau: Vielseitig und nachhaltig

Die Möglichkeiten des Systembaus sind vielfältig und erlauben trotz der modularen Basis eine sehr individuelle Gestaltung. Durch die einfache Integration und Kombination verschiedener Materialien, Beleuchtungs- und Einrichtungsmöglichkeiten wirkt kein Systemstand wie der andere. Systemelemente können heute optisch so weit reduziert werden, dass der Systemmessestand nicht mehr als solcher wahrgenommen wird, sondern als individuelles und exklusives Design-Objekt.

Durch ihren modularen Aufbau punkten Systemstände außerdem beim Thema Nachhaltigkeit. Angesichts der Tatsache, dass nach jedem Messeauftritt Unmengen an Müll entstehen – nicht zuletzt durch die Einmalnutzung von Ständen – ist das ein nicht zu vernachlässigendes Argument.

  • Die grundlegenden Bauteile sind mehrfach verwendbar: Rahmenelemente und Wandpanele können gereinigt, eingelagert und wiederverwendet werden.
  • LED-Beleuchtung sorgt nicht nur für strahlendes Licht, sondern ist langlebig und energiesparend.
  • Beim Bodenbelag sollte zwischen Einweg- oder Mehrwegbelägen abgewogen werden. Erhöhtem Müllaufkommen bei Einfachnutzung stehen Kosten und Ressourcenaufwand für Reinigung, Transport und Lagerung beim mehrmaligen Einsatz gegenüber. Hier sollte sich mit dem Messebauunternehmen beraten werden.
  • Selbst großflächig bedruckte Stoffgrafiken können eingelagert und wiederverwendet werden, sofern sie keine Beschädigungen aufweisen.

Quellen

Schlagwörter / Themen
Alle Angaben ohne Gewähr und Anspruch auf Vollständigkeit

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